Sind Sie ein Business-Held?

Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren Tag!

 

Kennen Sie übrigens Business-Helden? Das Hotelportal HRS hat jährlich werbewirksam „Businesshelden“ bzw. „Businessheldinnen“ gekürt. Es handelt sich bei ihnen um Menschen, die beruflich viel reisen und auch sonst vor allem für ihren zeitliche Einsatz für die Arbeit gelobt werden, zum Beispiel für 16-Stunden-Arbeitstage oder Erreichbarkeit rund um die Uhr.

 

Ist das für Sie nun heldenhaft oder old-school? Alte Schule war Präsenz, Engagement bis zur Selbstaufgabe, Leben für die Arbeit und so weiter.

 

Doch heute ändern sich die Maßstäbe nach und nach. Gesundheit, dauerhafte Leistungsfähigkeit, Entwicklung treten in den Vordergrund. Denn es hat sich herausgestellt: Der Einsatz dieser Helden kann zuviel kosten. Die Helden und das Unternehmen. In jungen Jahren ist eine permanente Beanspruchung am Leistungslimit vielleicht noch zu leisten, doch wird die Kraft auf Lebenszeit gesehen geschmälert. Sprint und Dauerlauf werden verwechselt. Das Unternehmen verliert häufig zu früh einen hervorragenden Mitarbeiter durch Krankheiten. Außerdem werden Beschäftigte ungleich behandelt – der eine arbeitet viel, was vielen nützt, auch denen, die selbst kein solches Engagement erbringen möchten. Und so werden die Helden oft ausgenutzt. Von der Selbstverantwortung dieser Helden, dem Batterien aufladen, gar nicht erst zu sprechen.

 

Mengen an Überstunden sind vor allem in der Führung verbreitet und teilweise noch gefordert. Die Grenze zwischen Engagement und Sucht kann leicht verschwimmen. Workaholics entstehen. Der Preis: Allgemeine Zufriedenheit, Heiterkeit, Lebensfreude und nicht zuletzt Leistung. Vielleicht nicht immer, aber in der überwiegenden Zahl der Fälle.

 

 

Was kann man gegen Überbeanspruchung tun? Wenn nach einer Studie der AKAD-University 40 Prozent der Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit als unproduktiv empfinden und wenn Pareto und Parkinson´sche Gesetze allgemein gültig sind: Warum räumen Unternehmen nicht konsequenter auf, kappen Überflüssiges, straffen Abläufe, kürzen Besprechungen, lassen keinen Wildwuchs von Kontrollen zu? Zu selten wird die Frage gestellt, ob man "das" noch braucht. Ob diese Statistik, diese Auswertung, wirklich wichtig sind. Frei nach dem Motto "darf es noch etwas mehr sein", wird statt dessen zugelegt. 

 

Noch ein Gedanke taucht im Zusammenhang mit den Business-Helden auf: Gefeiert werden hier die, die exzessiv arbeiten. Aber werden auch die Effektiven gefeiert, die, die ihre Arbeit ökonomisch erbringen? Die, die auch mal nein sagen können? Die, deren Schreibtisch aufgeräumt aussieht?

Eher nicht. Denn da gibt es halt nichts zu sehen. Oder weniger zumindest. Kein Seufzen, Jammern, Wehklagen. Keine operative Hektik.

 

Ich will damit nicht sagen, dass die, die klagen, grundlos klagen. Aber vielleicht stimmt etwas im Umgang mit Zeit nicht. Und das ist etwas, das wir auch mit einem Zeitmanagement-Seminar klassischer Ausrichtung nicht lösen. Es geht um den Wert Zeit an und für sich. Darum, dass ein Unternehmen eine Zeitkultur schaffen darf. In der nicht belohnt wird, wer sich vorzeitig verschleißt, sondern der, der effizient arbeitet. In der belohnt wird, dass eine Konzentration aufs Wesentliche stattfindet und nicht operative Hektik im Vordergrund steht. 

 

Wie sieht es aus mit der Zeitkultur in Ihrem Unternehmen? Arbeiten Sie daran, dass Zeit wirtschaftlich genutzt wird und überflüssige Tätigkeiten und Besprechungen auf ein Minimum eingedampft werden?

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Zeit in sinnvolle Dinge investieren können.

 

Viel Erfolg und Glück dabei wünscht Ihre 

Beate Hackmann